Mein Praktikum bei BESSY

                von Franziska Metge

 

          Dauer: 3 Wochen

                  vom 15.9 bis 2.10.2003

 

            Bereich: Experimente

 

Betreuer:

Dr. Antje Vollmer und Dr. Olaf Schwarzkopf

     

 

 

 

Inhalt:

 

 

1.            Was ist BESSY?

2.            Was ist Synchrotronstrahlung?

3.            Wozu braucht man Synchrotronstrahlung?

4.            Meine Tätigkeiten bei BESSY

 

4.1     Nutzen der Goldaufdampfquelle

            4.2 Aufbau / Materialien

            4.3 Durchführung

            4.4 Messung (bzw. Beobachtung)

            4.5 Auswertung                                               4.6 Diskussion

     

5.            Wichtige Fachbegriffe und Abkürzungen

6.            Daten und Fakten

7.            History of BESSY

8.            Tagesberichte

9.   Fazit

 

 

 

 

 

 

 

1.   Was ist BESSY?

 

Berliner-Elektronen-Speicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung m.b.H.

 

Bei BESSY wird Synchrotronstrahlung produziert und über Beamlines zu verschiedenen Messstationen transportiert. BESSY ist eine Forschungseinrichtung in Adlershof. Es gibt dort interne Forschungen, es können aber auch andere Forscher einen Messplatz mieten und die Synchrotronstrahlen nutzen. BESSY produziert Synchrotronlicht in einem großen Spektralbereich, und zwar von Infrarot bis zu harten Röntgenstrahlen. Es gibt drei ähnliche Einrichtungen in Deutschland und noch mehr auf der ganzen Welt. 

 

Science and Technology Park Berlin-Adlershof (WISTA)

 

2.   Was ist Synchrotronstrahlung?

 

Synchrotronstrahlen sind im weitesten Sinne Licht verschiedener Wellenlängen. Zur Erzeugung werden  Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dann durch Magnetfelder abgelenkt, dadurch strahlen sie Licht verschiedener Wellenlängen ab. Je kürzer die Lichtwellen sind, desto höher ist die Energie. Das so erzeugte Licht wird mit Strahlrohren zum Experiment geführt.

 

 

 

Das elektromagnetische Spektrum

 

Das elektromagnetische Spektrum.

 

 

3. Wozu braucht man Synchrotronstrahlen?

 

Synchrotronstrahlen haben einen vielseitigen Anwendungsbereich. Sie werden in der Physik, Medizin, Chemie, Werkstoffwissenschaften, Biologie und angewandter Forschung genutzt.

 

Synchrotronstrahlung wird in vielen Bereichen der Wissenschaft genutzt

 

 

Mit Synchrotronstrahlen kann man vieles sichtbar machen, was das menschliche Auge so nicht erkennen könnte. Man richtet den Strahl einfach auf eine Probe und kann dadurch sehen, wie die Oberfläche strukturiert ist.

 

 

 

 

4. Meine Tätigkeit bei BESSY

 

 

         -(schrauben) Aufbau einer Messapparatur

         -Charakterisierung einer Goldaufdampfquelle

         -auswerten

 

       4.1 Nutzen der Goldaufdampfquelle

 

In den Strahlrohren bei BESSY sitzen Goldnetze, um die Lichtintensität  der Synchrotronstrahlung zu überprüfen, während man mit dem Licht Experimente durchführt. Es ist wichtig, dass die Lichtintensität immer genau bekannt ist, damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden. Doch wenn die Goldnetze verdreckt sind, können sie nicht mehr richtig messen. Gold ist zwar ein Element, wo sich relativ wenige Stoffe absetzen. Nach einigen Wochen setzen sich aber doch ein paar kleine Partikelchen am Goldnetz ab. Da man die Netze zum säubern aus dem Strahlrohr nehmen und dadurch einige Teile dieser belüften müsste, sollen unter die Goldnetze Goldaufdampfquellen gebaut werden.

           

Von FMB entwickelter Goldverdampfer                                           Selbst gebauter Verdampfer          

 

Diese dampfen alle paar Wochen eine Schicht Goldatome auf die Netze auf, dadurch sind sie wie neu.

Damit nicht zu viel Gold aufgedampft wird, versuchen wir raus zu messen, wie viel Gold bei welcher Spannung abdampft, das ist nämlich noch nicht erforscht.

FMB hat einen Verdampfer entwickelt und wir sollen ihn charakterisieren und testen.

Da das Gold des FMB Verdampfers unerwartet schnell vollständig verdampft ist, haben wir uns schnell noch einen eigenen Verdampfer gebaut und diesen auch charakterisiert.

 

 

4.2 Aufbau / Materialien

 

Material: zwei Fensterflansche (a), zwei Übergangsflansche (b) mit Manipulatoren (c), Goldquelle, Quarzwaage (d), Druckmessgerät (e), Vakuumpumpe (f), Flansch mit Stromdurchführung (g), Ventil (h), Dichtungsringe aus Kupfer (i), versilberte Schrauben aus Edelstahl, Stromkabel für die Goldquelle, Splitterschutz

Aufbau: An der Kammer sind 6 Flansche befestigt. Der obere und vordere Flansch sind Fensterflansche, damit man später den Versuch genau beobachten kann. Am linken Flansch ist ein Übergangsflansch für die Quarzwaage, dran. Am hinteren Flansch ist die Stromdurchführung für die Goldquelle und ein kleines  Fenster befestigt. Am rechten Flansch ist ebenfalls ein Übergangsflansch mit Manipulator und Goldaufdampfquelle befestigt. Am unteren Flansch kommt zuerst ein Druckmessgerät, dann ein Flansch und ein Ventil, das mit Pressluft geöffnet werden kann. Zum Schluss kommt noch ein Flansch, an dem die Vakuumpumpe befestigt ist. Über der Pumpe befindet sich noch ein Splitterschutz, damit während des Aufdampfens nichts in die Pumpe fällt und die Pumpe dadurch zerstört.

 

 

4.3 Durchführung

 

Zuerst muss man alles luftdicht verschrauben und mit Pressluft das Ventil öffnen, damit die Vorpumpe anfangen kann die Kammer zu evakuieren. Danach kann man einen Lecktest durchführen. Dabei wird Helium auf die Flansche gepustet und wenn irgendwo ein winziges Loch ist, so fliegen die Heliumatome durch dieses durch und gelangen durch die Pumpe in einen Schlauch, der zum Lecktester führt. Dieser zeigt an wie viele Heliumatome durch das Loch geflogen sind.  Wenn er also anzeigt, dass ein paar Heliumatome bei ihm angekommen sind,  weiß man, dass dort ein Leck ist. (zum Vergleich: ein Haar auf einem Dichtungsring ist ein riesengroßes Loch.). Wenn man den Lecktest durchgeführt und keine Löcher gefunden hat, kann man ausheizen. Dazu werden Heizbänder um die Kammer gewickelt. Man sollte Ausheizen, damit der Schmutz von den Wänden abdampft und abgepumpt werden kann. Damit nicht soviel Wärme verloren geht, wird die Apparatur in Alufolie eingepackt. Die Pumpe muss beim Ausheizen selbstverständlich weiter laufen, sonst wird der Druck wieder schlechter. Nach ungefähr 22 Stunden kann man die Heizung wieder ausstellen und die Kammer kühlt ab. Dadurch bekommt man schon ein ganz gutes Vakuum und für unsere Zwecke ist es völlig ausreichend, aber man könnte noch mit anderen Pumpen ein wesentlich besseres  Vakuum schaffen.  Wenn man mit dem Druck zufrieden ist kann man einen Strom durch die Goldaufdampfquelle fließen lassen. Dadurch wird diese heiß und Gold dampft ab. Die Goldatome treffen auf die Quarzwaage. Der Quarz hat eine bestimmte Schwingung, die durch die aufgedampfte Masse von Gold beeinflusst wird. Der Quarz zeigt diese Schwingungsunterschiede auf einer Anzeige an. Dadurch kann man erkennen, wie viel Gold bei welchem Strom abgedampft ist. Die Quarzwaage besitzt eine Kühlung, damit sie immer die gleiche Temperatur hat, denn auch Temperaturunterschiede können die Schwingung der Quarzwaage beeinflussen. Danach kann man die Ergebnisse auswerten und eine Wertetabelle und einen Graphen anfertigen.

 

 

4.4 Messungen bzw. Beobachtung

 

Wir haben fünf Messreihen mit unserem selbstgebauten Verdampfer gemessen.  

 

4 Ampere (durch den Verdampfer fließender Strom)

 

 Zeit           Rate                    Dicke           Spannung   Strom                  Druck

Minuten Angström/s       Angström Volt               Ampere           mbar

00:20              0,1                  2                     1,5                  4                     3,6 10-6

01:40              0,2                  14                   1,5                  4                     3,7 10 -6

02:30              0,2                  22                   1,5                  4                     3,7 10-6

03:00              0,2                  29                   1,5                  4                     3,7 10-6

03:40               0,2                 35                   1,5                  4                     3,5 10-6

04:00              0,2                  40                   1,5                  4                     3,2 10-6

04:20              0,1                  42                   1,5                  4                     3    10-6

05:40              0                     51                   1,5                  4                     2,6 10-6

07:00              0                     55                   1,5                  4                     2,6 10-6

07:40              0                     56                   1,5                  4                     2,6 10-6

08:10              0                     57                   1,5                  4                     2,6 10-6

09:00              0                     59                   1,5                  4                     2,6 10-6

10:10              0                     60                   1,5                  4                     1,8 10-6

12:20              0                     62                   1,5                  4                     1,8 10-6

15:00              0                     64                   1,5                  4                     1,8 10-6

 

 

4,5 Ampere 

 

            Zeit             Rate          Dicke   Spannung        Strom       Druck

            Min         Angström/s   Angström     Volt          Ampere    mbar

00:40                0                     1          1,65                4,5      1,9 10-6

01:20                0,1                  4          1,65                4,5      1,9 10-6

02:00                0,1                  6          1,65                4,5      1,9  10-6

02:40                0,1                  9          1,65                4,5      2,1 10-6

03:20                0,1                  12       1,65                4,5      2,1 10-6

04:00                0,1                  15       1,65                4,5      2,1 10-6

04:40                0,1                  20       1,65                4,5      2    10-6

05:20                0,1                  24       1,65                4,5      2    10-6

06:10                0,1                  30       1,65                4,5      2    10-6

06:40                0,1                  34       1,65                4,5      1,8 10-6

07:20                0,1                  40       1,65                4,5      1,8  10-6

08:00                0,1                  46       1,65                4,5      1,8 10-6

08:40                0,1                  51       1,65                4,5      1,6 10-6

09:20                0,1                  56       1,65                4,5      1,6 10-6

10:00                0,1                  60       1,65                4,5      1,6 10-6

11:00                0,1                  68       1,65                4,5      1,5 10-6

12:20                0,1                  75       1,65                4,5      1,5 10-6

13:00                0,1                  84       1,65                4,5      1,4 10-6

14:00                0,1                  92       1,65                4,5      1,3 10-6

15:00                0,1                  100     1,65                4,5      1,3 10-6

 

 

5 Ampere

 

Zeit                 Rate               Dicke             Spannung  Strom     Druck

Min          Angström/s     Angström  Volt          Ampere   mbar

00:20              0,5                  11                   1,8                  5          1,8 10-6

01:00              0,3                  23                   1,8                  5          1,8 10-6

03:00              0,1                  75                   1,55                5          1,5 10-6

04:00              0,2                  89                   1,55                4,8      1,3 10-6

05:00              0,2                  104                 1,55                4,8      1,3 10-6

07:00              0,5                  145                 1,8                  5          1    10-6

08:00              0,7                  176                 1,8                  5          1,1 10-6

09:00              0,7                  219                 1,8                  5          1,3 10-6

10:00              0,7                  260                 1,8                  5          1,3 10-6

11:00              0,8                  300                 1,8                  5          1,3 10-6

12:00              1                     351                 1,8                  5          1,3 10-6

13:00              1,1                  408                 1,8                  5          1,3 10-6

14:00              1,7                  469                 1,8                  4,8      1,3 10-6

15:00              1,6                  555                 1,8                  4,8      1,1 10-6

16:00              1,6                  663                 1,8                  4,8      1,1 10-6

17:00              1,6                  754                 1,8                  4,4      1,1 10-6

18:00              0,6                  800                 1,8                  4,4      1,1 10-6

19:00              0,5                  833                 1,8                  4,4      9,3 10-7

20:00              0,7                  866                 1,8                  4,4      9,3 10-7

21:00              0,8                  919                 1,8                  4,5      9,3 10-7

22:00              0,6                  954                 2,5                  4,5      1,2 10-6

23:00              0,6                  1019               2,5                  4,5      1,2 10-6

25:00              0,7                  1060               2,5                  4,5      1,2 10-6

26:00              0,7                  1099               2,5                  4,5      1,2 10-6

28:00              0,8                  1183               2,2                  4,5      1    10-6

29:00              1                     1240               2,5                  4,5      1    10-6

30:00              1,2                  1300               2,5                  4,5      1    10-6

31:00              0,5                  1345               2,5                  4,5      1    10-6

32:00              0,5                  1371               2,5                  4,5      9    10-7

33:00              0,5                  1397               2,5                  4,3      9    10-7

34:00              0,5                  1427               2,5                  4,3      8,6 10-7

35:00              0,4                  1456               2,5                  4,3      8,6 10-7

 


5,5 Ampere

 

Zeit                    Rate               Dicke

Min        Angström/s          Angström

00:30                1,1                  30

01:10                1                     70

01:30                1,1                  90

02:00                1,1                  119

02:30                1                     152

03:00                1                     186

04:00                0,9                  279

05:00                0,9                  308

06:00                0,9                  360

07:00                0,8                  414

08:00                0,8                  461

09:00                0,7                  500

10:00                0,5                  543

11:00                0,7                  583

12:00                0,6                  622

13:00                0,6                  659

14:00                0,6                  690

15:00                0,6                  730

16:00                0,6                  765

17:00                 0,6                  800

18:00                0,5                  830

19:00                0,5                  846

20:00                0,5                  890

21:10                0,5                  925

 

 

7 Ampere

 

Zeit                    Rate               Dicke

Min           Angström/s       Angström

00:30                5                     147

01:00                5                     289

01:30                4,9                  443

02:00                4,8                  586

02:30                4,7                  725

03:00                4,3                  857

03:30                4,2                  986

04:00                4,2                  1108

04:30                4,1                  1243

05:00                3,9                  1356

05:30                3,9                  1470

06:00                3,9                  1582

07:00                3,7                  1809

08:00                3,7                  2028

Wir haben festgestellt, dass die Aufdampfrate ziemlich instabil war. Das Gold war bei schon bei der Messreihe 5, 5 Ampere verdampft. Die Wolframwendel glühte sehr stark.

 

glühende Wolframwendel, Winkel als Tropfschutz, Quarzwaage(Blick von oben)

         

 

4.5 Auswertung

FMB Goldverdampfer

 

Goldverdampfer von FMB

Messreihen: 4A; 4,5A; 5A; 5,5A; 7A (selbst gebastelter Verdampfer )

 

 

 

 

Mittlere Aufdampfrate

 

 

4.6 Diskussion

 

-  FMB hat den Verdampfer wieder zurückbekommen und es wurde

Verbesserungsvorschläge gemacht.

- FMB wird ihn verbessern und dann noch mal von BESSY testen lassen.

 

Obwohl die Raten nicht immer konstant waren, konnte man feststellen, dass je höher die Ströme waren, desto höher waren die Raten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Wichtige Fachbegriffe und Abkürzungen

 

 

 

 

 

 

 

 

HV-                    Hochvakuum ( 1 10-6 mbar)

UHV-                 Ultrahochvakuum( 1 10-10 mbar)

BESSY-            Berliner-Elektronenspeichering-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung m.b.H.

VUV-                 Vakuum- Ultraviolett

IR-                     Infrarot

XUV-                 weiche Röntgen Strahlung

Flansch-           

 

Kammer           

 

e°-                     Elektron

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Daten und Fakten

 

 

 

 

 

 

Durchmesser (Speicherring)

70m

Umfang (Speicherring)

240m

Strom im Ring

200mA

Geschwindigkeit (Elektronen)

ca. 300000km/s

Durchläufe der Elektronen

1250000 mal in s

1,6 10-19 C

200mA

1,25 10+18 e°/s

Elektronen im Ring

ca. 1 10+12

Elektronen im Menschen (70kg/100% Wasser)

2,3 10+28

Leistungsaufnahme(BESSY)

2,5 MW

Leistungsaufnahme (KaDeWe)

6MW

Leistungsaufnahme(4P Familie)

170W

1mm³, 0 °C, 1 10-12 mbar

27 Moleküle

1mm3, 0 °C, Normaldruck

2,7 10+16 Moleküle

1Mol = 22,4l

6,023 *10+²³ Moleküle

 

 

Mitarbeiter

Um die 200 Leute

Jahresetat

22,5 Mio. €

Strahlzeitgebühren

250€/h

Drei ähnliche Betriebe in Deutschland

DESY, Anka, Delta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Historie von BESSY

 

 

 

 

BESSY II - Modell
Modell

BESSY II

Die neue Hochbrillanz-Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II in Berlin-Adlershof ist seit 1998 in Betrieb.

  • März 1993 Das Projektteam BESSY II nimmt die Arbeit auf dem Adlershofer Südgelände auf.
  • 4. Juli 1994 Erster Spatenstich zum Bau von BESSY II
  • Dez. 1995 Richtfest für den Neubau
  • 7. April 1997 Inbetriebnahme des Synchrotrons
  • 23. Juni 1997 Erstmals wurde im Synchrotron ein Elektronenstrahl auf 1,9 GeV beschleunigt.
  • 22. April 1998 Im Speicherring wird erstmals ein Elektronenstrahl für längere Zeit gespeichert und Synchrotronstrahlung nachgewiesen.
  • 16. Juli 1998 Erstmalige Erzeugung von "Undulator"-Licht
  • 4. Sep. 1998 Feierliche Inbetriebnahme der Hochbrillanz-Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II
  • Oktober 1998 Erstes wissenschaftliches Experiment
  • Jan. 1999 Beginn des Nutzerbetriebs
  • Jan. 2000 Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
  • Dez. 2001 Bezug des Erweiterungsbaus in der Albert-Einstein-Straße

 

BESSY II Januar  1995
Januar 1995

 

BESSY II Januar  1996
Januar 1996

 

BESSY II Sommer  2001
Sommer 1998

 

 

 

 

 

8.Tagesberichte

 

1.Tag:             15.9. 03

 

Heute ist mein erster Tag bei BESSY. Wir (Kay, Sven, Cenk und ich) sind fast eine ½ Stunde zu früh gekommen. Meine Betreuerin heißt Antje Vollmer. Sie ist sehr freundlich, lustig und nett. Sie kann sehr gut erklären, zu mindestens verstehe ich fast alles. Zuerst haben wir besprochen, was wir in den nächsten 3 Wochen machen wollen. Es wird bestimmt sehr interessant. Danach haben wir die ersten Teile für unser Experiment geholt. Das eine Teil mussten wir aus der Halle holen. In der Halle sieht es total cool aus. Wir haben mit zwei Leuten geredet, die gerade eine Kammer säubern, gut verschrauben, evakuieren und ausheizen müssen. Plötzlich kam die Ansage, dass der Speichering wieder angeschaltet wird und wir mussten leider aus der Halle raus. Als wir fast alle Dinge im Labor hatten, wurde Antje zur Mittagspause abgeholt. Eigentlich wollte ich ja mitgehen, doch dann habe ich Kay getroffen und habe mit ihm einen Teil meiner Mittagspause verbracht. Eigentlich wollte er sich mit Sven und Cenk treffen, doch irgendwie hatten sie sich alle andere Zeiten gemerkt. Kurz nachdem Kay weg war kam Sven. Wir haben unsere ersten Eindrücke ausgetauscht. Svens Arbeitsplatz liegt meinem direkt gegenüber. Nach der Pause hat mir Antje eine Matheaufgabe zur Veranschaulichung von den Größen, mit denen wir arbeiten, gegeben. Antje hatte noch einige Probleme eine funktionierende Mikrowaage aufzutreiben. Kurz vor Schluss kam Svens Betreuer und fragte, ob Sven bei uns mitmachen könnte, weil er nichts mehr zu tun hatte. Antje hat mir gerade erklärt, wie einige Vakuumpumpen funktionieren. Erst wollte sie eine malen, hat dann aber doch lieber im Internet nach einer Abbildung einer Drehschieberpumpe gesucht und gefunden. Danach haben wir nach einem Periodensystem gesucht, um uns die Eigenschaften von Gold anzuschauen. Da kam auch schon Sven und Antje hat uns einiges an Hand des Periodensystems erklärt. Zum Schluss hat sie jedem von uns noch einen Plan von Adlershof ausgedruckt. Man muss einmal quer über die Etage laufen, um zum Drucker zu gelangen.

Da alle hier sehr nett sind, denke ich mal, dass die nächsten 3 Wochen Spaß machen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.Tag:                 16.9. 03

Heute musste ich erst um 11:00 Uhr da sein. Ich bin aber trotzdem mit den Jungs um 10:00 Uhr  mitgefahren, bin dann ins Kaufland gegangen und habe mir ein wenig Obst und Müsliriegel geholt. Danach bin ich durch die Anlage gelaufen. Es gefällt mir hier sehr gut, alles ist grün und es gibt nur ganz wenig alte, verfallene Bauten. Anschließend habe ich mich auf eine Bank gesetzt und angefangen die Betriebsvorschriften zu lesen. Zehn vor elf war ich oben bei Antje. Sie hat mir zuerst Olaf vorgestellt. Er arbeitet auch bei uns mit und ist für den Goldverdampfer zuständig. Danach sind wir ins Labor gegangen und haben überlegt, wie wir die Kammer und Flansche zusammenbauen. Wir konnten gerade noch so acht Schrauben für den ersten Fensterflansch auftreiben. Antje hat mir genau erklärt wie man den Flansch aufsetzt und festschraubt. Danach ist sie losgegangen, um ca. 40 Schrauben zu holen, und ich durfte alleine die Schrauben festziehen. Nach 20 Minuten kam sie endlich mit Schrauben wieder. Sie hat sich mit „ Ich hab noch ’ne Lernstunde über Schrauben bekommen“ entschuldigt. Als Olaf mit der Quelle kam, hat er uns erstmal erklärt, dass das was wir vorhaben nicht funktioniert. Also mussten wir die Waage mit an der Seite anbringen, da aber die Waage ganz schön schwer ist, brauchten wir noch eine Stütze. Es war ziemlich schwierig eine passende Stütze zu finden. Irgendwann hatte jemand ne Idee und wir konnten die Waage und den Manipulator anschrauben. Während ich die Schrauben festzog, versuchten Antje und Olaf das Goldnetz aus der Goldaufdampfmaschine zu bekommen.

Nachdem sie fast alles ausprobiert hatten, fasten sie den Entschluss, dass das Ding zurück zum Hersteller FMB muss und wir uns es morgen abholen können. Zum Glück sagte Antje dann die erlösenden Worte, ich könne Mittagspause machen. Ich hatte nämlich mächtigen Hunger. Ich musste noch ganz schön lange warten bis Simon endlich kam. Nach einer Weile kamen dann auch die anderen. Simon ging mir wie immer tierisch auf die Nerven. Nach der Pause habe ich Bernhard, den Vakuumspezialisten, kennen gelernt. Mit ihm habe ich die Flansche rechts und oben festgeschraubt, während Antje und Olaf bei einer Besprechung waren. Als wir alles luftdicht verschraubt hatten, konnten wir das Ventil, das zum Schutz der Pumpe während des Schraubens dient, mit Pressluft öffnen und die Kammer das erste Mal evakuieren. Als wir einen relativ guten Druck erreicht hatten, kamen Antje und Olaf wieder und wir haben einen Lecktest durchgeführt. Anscheinend haben wir das ganze gut geflanscht, denn der Tester hat kein einziges kleines Loch gefunden. Und dann war es auch schon 4 Uhr und ich bin mit den Jungs nach Hause gefahren.

 

 

3.Tag:                   17.9.03

 

Heue musste ich schon um 9:00 da sein, damit Papa mich um 3:00 Uhr abholen konnte, denn wir waren heute mal wieder beim Wakenboarden in Großbeeren.

Nachdem wir gestern die Kammer evakuiert hatten, mussten wir sie heute mit Stickstoff belüften. Mit flüssigem Stickstoff kann man viele lustige Sachen machen, doch er kann auch ein wenig gefährlich sein, weil er so kalt ist. Stickstoff hat einen Siedepunkt von ca. –196°C. Nachdem wir die Kammer belüftet hatten, haben wir ein paar Dinge in die kalte Flüssigkeit gehalten. Antje war ganz enttäuscht, dass die Schutzfolie mit den Knallblasen, selbst nach dem Schockfrieren immer noch knallen konnte und nicht, wie erwartet, in tausend Stücke zersprungen ist. Danach bin ich mit Olaf zu FMB gegangen um den Goldaufdampfer abzuholen. Nachdem der nette Herr von FMB uns diese wieder zusammen gebaut hatte, führte er uns durch die Werkstatt. Das war alles sehr spannend, doch es hat fürchterlich gestunken. Auf dem Weg zurück zu BESSY haben wir noch ein paar Blumen gepflückt, um sie anschließend in flüssigen Stickstoff zu halten. Es hat total viel Spaß gemacht mit den Blumen zu experimentieren und sie nur mit dem Finger kaputt zu machen. Außerdem haben wir noch Styropor, Tesafilm, Stifte und Wasser in Stickstoff getaucht. Danach haben wir Pause gemacht. Es gibt zwar fünf Sitzmöglichkeiten, aber nur drei Sessel und einen Zweisitzer, was zur Folge hatte, dass ich, da ich meist als letzte komme, neben Simon auf der Couch sitzen muss. Das wäre auch eigentlich gar nicht so schlimm, wenn er mir nur nicht immer so auf die Nerven gehen würde. Als ich wieder zurück ins Labor gegangen bin, hat Antje gerade Ethanol in flüssigen Stickstoff gekippt. Danach haben wir den Stickstoff aus der Petrischale über den Boden geschüttet. Das hat total cool ausgesehen und es hat voll lustig gedampft.  Später haben Olaf und Antje die Goldquelle auseinandergebaut und die Kabel angesteckt. Dabei haben sie gemerkt, dass das Filament wahrscheinlich einfach aus einer Lampe rausgebrochen wurde und dann mit Gold überzogen wurde. Als ich gehen wollte, waren sie gerade dabei die Goldquelle wieder zusammenzubauen.

 

 

 

 

4.Tag:                   18.9.03

 

Heute mussten wir alle um 10:00 Uhr da sein. Da über die Hälfte der Mitarbeiter bei einem Betriebsausflug waren,  betreute mich heute Herr Höft, der auch gleichzeitig Svens Betreuer ist. Herr Höft meine, Antje hätte mir aufgetragen, ein Belegheft zu schreiben und mit dem sollte ich heute schon beginnen. Außerdem durfte ich mit einer Digitalkamera Bilder von der Apparatur machen. Ich sollte sogar eine Skizze davon machen. Leider erkennt man auf dieser nicht besonders viel. Danach durfte ich Cenk erklären, was meine Aufgabe beim Praktikum ist. Der musste es später Herr Höft erklären. Ich durfte es ihm aber auch nochmal erklären. Um 3:00 Uhr durften wir alle nach Hause gehen.

 

 

5. Tag:         19.9.03

 

Heute früh mussten wir die Mikrowaage ausbauen. Das war ziemlich fies, weil wir die Tage vorher lange überlegt haben, wie wir sie am besten in die Kammer einbauen. Aber zum Glück hat Antje auch eine Mikrowaage, doch die bekommen wir erst am Montag.  Ich durfte mich an einem nahezu winzigen Fensterflansch probieren. Es war ganz schön schwierig die kleinen Schrauben an den Flansch zu bekommen. Aber das Schlimmste war, dass ich erst bei der vorletzten Schraube bemerkt habe, dass die Unterlegscheibchen sich in das Fenster bohrten und es dadurch kaputt machten. Folge dessen war, dass ich das Fenster wieder abschrauben durfte und ein zweites bekam. Diesmal habe ich es aber gleich ohne Unterlegscheibchen verschraubt. Danach haben wir die Goldquelle versucht einzubauen, dabei muss man Handschuhe tragen, damit man keine Fingerabdrücke auf Stellen hinterlässt, die  später im Vakuum liegen. Das Fingerfett dampft nämlich nur ganz langsam von den Wänden ab und würde somit das Vakuum schlecht machen.

Es hat aber alles irgendwie nicht so richtig zusammen gepasst. Antje und Olaf haben lange überlegt, was man am besten ändern kann, damit endlich wieder alles passt. Kurz vor unserer Mittagspause hatten sie die Idee, dass man mit einem neun Winkel viele neue Möglichkeiten hätte. Nach der Pause kam Antje ^ganz stolz mit einem neuen Winkel in der Hand zurück Olaf war der Meinung, sie hätten den Winkel nur bekommen, weil Antje eine Frau ist und Männer zeigen müssten, was sie doch alles könnten.  Antje konnte gar nicht verstehen, warum Männer alle so leicht ticken, hat aber auch dabei einige Ausnahmen gemacht. Danach haben sie sich darüber unterhalten, dass das Y-Chromosom am verrecken ist. Davor hatte Olaf nicht so große Befürchtungen, weil wir in 125000 Jahren  wahrscheinlich alle schon das zeitliche gesegnet haben. Darauf meinte Antje, dass die Männer zwar biologisch noch 125000 Jahre zu leben haben, aber gesellschaftlich gibt sie ihnen noch ungefähr fünf Jahre, bis sie überflüssig geworden sind. Nach ihrer kleinen Diskussion sind sie zu dem Entschluss gekommen,  dass der neue Winkel überhaupt nichts bringt und haben den Kupferblock wieder an den alten Winkel angeschraubt. Zum Schluss haben wir noch ausgerechnet, wie viele Elektronen BESSY II und Olaf haben. Wir haben uns köstlich amüsiert.

 

 

 

2. Woche (6.Tag):           22.9.03

 

heute kam Dr. Fery zu uns, deshalb musste ich um 9:30 Uhr da sein. Zu erst war ich im Labor, doch da war keiner, dann bin ich zu Antje ins Büro, doch da war ebenfalls keiner. In der Kaffeeküche hatte ich dann endlich Glück. Antje war nämlich wie immer früh beim Kaffee kochen, damit sie erst mal wach wird und klar denken kann. Halb elf kam Dr. Fery zu uns und ich musste ihm erklären, was ich bei BESSY machen muss. Das blöde war nur, dass Antje und Olaf auch dabei waren und ich bestimmt totalen Stuss erzählt habe. Antje hat ihm dann noch ein bisschen genauer erklärt, was das Ziel unserer Anstellungen ist. Nachdem Dr. Fery wieder weg war, haben wir die Mikrowaage von Antje eingebaut. Sie musste sie vorher noch kräftig verbiegen, damit sie am Kupferblock vorbei passt. Später haben mich die Jungs abgeholt, damit wir zu Dr. Fery gehen konnten. Der hat uns erzählt, was die anderen so machen und was ihm diese Nacht lustiges passiert ist. Nach diesem Gespräch haben wir noch gut eine Stunde an der Stromdurchführung rumgebastelt. In der Mittagspause hat mich Svenja angerufen. Es war natürlich klar, dass sie Jungs totalen Stress gemacht haben und Simon mir ins Handy gebrüllt hatte. Nach der Pause haben wir den Rest zusammen geschraubt und ich durfte die Pumpe anschmeißen, aber erst nachdem wir wieder genug Pressluft hatten. Beim Evakuieren lief am Anfang erst alles bestens, aber als der Druck bei 230 mbar wieder stieg, war das doch etwas komisch und Antje hörte die Kammer ab und blieb bei dem 16ner Fensterflansch stehen und meint, ich sollte doch mal hören. Ich habe mich schon total geärgert, weil ich an dem Flansch ziemlich geschwitzt habe und dachte, dass das nicht wahr sein kann. Aber zum Glück kam das Geräusch von der Stromdurchführung. Daraufhin haben wir  die Stromdurchführung wieder  ausgebaut und man konnte tatsächlich durch diese durchgucken. Olaf und Antje konnten sich überhaupt nicht erklären, wer so eine Stromdurchführung braucht. Zum Glück hatte David noch eine kleine Stromdurchführung. David sitzt mit bei Antje im Büro. Er ist ziemlich rundlich, lustig und Amerikaner, was ich total lustig finde, denn wenn er anfängt schnell deutsch zu reden. dann verstehe ich nur noch Bahnhof. Wir haben die Stromdurchführung wieder angeschraubt, wobei das Problem war, dass die Pins nicht drauf passten. Als wir was anderes zum befestigen der Drähte gefunden haben, passten die Schrauben nicht durch den Flansch. Als mich die Jungs abgeholt hatten, waren Antje und Olaf gerade dabei an der Stromdurchführung rum zu basteln.

 

 

7. Tag:         23.9.03

 

Heute brauchte ich zum Glück erst um zehn Uhr da sein. Zuerst haben wir die Kammer luftdicht geflanscht und  ausgepumpt. Anschließend haben wir einen Lecktest durchgeführt. Dabei haben wir mit der Mikrowaage einige Probleme gehabt, denn die war noch nicht so richtig fest geschraubt. Nachdem wir dieses kleine Problem behoben haben, konnten wir die Kammer weiter evakuieren und die Kammer mit Alufolie einpacken. Bevor wir die Kammer einpacken konnten, mussten wir dem Heizschlauch um die Kammer wickeln. Olaf und Antje haben mir erklärt, wie die Heizung funktioniert. Später kam noch ein netter Herr, der uns einen Schreiber vorbeigebracht hat. Der Schreiber schreibt während des  Ausheizens die Temperatur mit und erstellt eine tolle Kurve. Während des Ausheizens musste ich die Temperatur und Druck mit schreiben. Das war ziemlich langweilig, aber dadurch verging die Zeit etwas schneller, weil immer nur auf die nächsten Minuten warten musste und schwubsdiwubs war es auch schon um 1:00 Uhr und ich konnte Mittagspause machen. Nach der Pause musste ich weiter schreiben. Man kommt auf ziemlich verrückte Ideen, wenn einem langweilig ist. Außerdem habe ich heute ein Foto von Antje und der eingepackten Apparatur gemacht. Kurz vor 4:00 Uhr haben Olaf und ich die Werte in den Computer eingetippt. Wir haben es in  Origin geschrieben. Dieses Programm ist total cool. Da gibt man irgendwelche Daten in eine Tabelle ein und das Programm erstellt daraus einen Graphen. Nachdem wir alle werte eingetippt hatten, konnte ich nach Hause gehen. Antje war so nett und hat noch ein paar Werte bevor sie ging aufgeschrieben. Sie musste nämlich heute bis um 10:00 an der Beamline messen

 

 

 

8. Tag:         24.9.03

 

Heute hatte Olaf Geburtstag. Antje hat gestern noch bis 22:25 Uhr gemessen. Dafür kam sie heute auch ein bisschen später. Zuerst haben wir noch die letzten Werte in den Computer eingeschrieben und haben dann den Stecker der Heizung gezogen. Für das Abkühlen durfte ich ebenfalls eine Wertetabelle schreiben. Das war wesentlich interessanter und es hat nur 2 h gedauert. Zum Schluss hatten wir einen Druck von ca. 6  10-8 mbar. Das war schon ziemlich gut. Vor der Mittagspause haben wir das erste mal eine Spannung an die Goldquelle angelegt. Die Waage hat ziemlich komische Messungen angezeigt, was wahrscheinlich thermische Ursachen hat. Antje und Olaf haben beschlossen, dass die Waage gekühlt werden muss, aber bevor sie ein Umweltthermostat besorgt haben, haben wir erst mal Mittagspause gemacht. Simon hat wie immer  tierisch genervt. Doch das war nicht so schlimm, weil ich so  müde war, dass ich nichts  mitbekommen habe. Als ich zurück ins Labor kam, war zwar Olaf da, aber Antje nicht. Also haben wir schon mal das Thermostat  in die Steckdose gesteckt und Olaf hat versucht die Plastikisolierung von den Steckern für die Schläuche abzubekommen. Zum Glück hat er es nicht geschafft, denn sonst hätten die Schläuche viel zu locker gesessen. Als Antje wieder kam ist Olaf noch mal weg, um irgendetwas zu besorgen, Folge dessen war, dass wir die Schläuche ohne eine Starke Hand zusammenbasteln mussten. War zwar eine schweißtreibende Angelegenheit, aber wir haben es dennoch ganz gut gemeistert. Als wir alles fest hatten, schaltete Antje das Gerät ein.  Es war ein ganz schöner Schock, als plötzlich ganz viel Wasser aus dem Ding kam. Antje hat durch die Schrecksekunde erst das Thermostat ausgemacht, als die Hälfte des Wassers schon über den ganzen Fußboden lief. Antje hat erst mal eine Menge Tücher aus der Toilette geholt. Es war eine leicht ekelhafte Arbeit, aber es war auch ganz schön lustig. Als Olaf zurückkam, hat er mir ein Stück von dem leckeren Kuchen, den seine Frau und sein Sohn für den Betrieb gebacken hat, mitgebracht. Danach haben wir die Schläuche an den richtigen Ausgängen befestigt. Olaf hat die Pumpe wieder angeworfen und das Wasser floss durch die Schläuche zur Mikrowaage und zurück. Doch leider tropfte immer noch was aus der Kühlung. Also haben wir über die Schrauben Teflon gewickelt. Beim Festschrauben gab es einen ganz ekeligen Ton. Das klang wie ein kranker Hund. Diese Aktion war eine tierische Sauerei. Als es endlich nicht mehr tropfte, schaltete wir das Netzgerät für die Goldquelle ein. Der stieg rasant schnell an, doch dann beruhigte er sich wieder. Das Filament hatte noch ziemlich viel Dreck  über dem Gold und der dampfte jetzt erst ab. Bevor wir richtig messen konnten, kamen die Jungs und wir sind nach Hause gefahren.

 

 

9. Tag:         25.9.03

 

Heute ging es um zehn Uhr los. Wir haben gleich mit dem Messen los gelegt. Doch die Waage hat immer noch merkwürdige Ergebnisse angezeigt. Da haben wir gemerkt, dass die Waage nicht richtig getroffen wird. Als wir die Waage verschoben hatten, bekamen wir recht vernünftige Messungen. Doch plötzlich fiel der Druck und der Strom brach zusammen, obwohl wir noch eine ordentliche Spannung hatten.  Wir hofften zwar, dass es nichts ernsteres war, aber es war klar, dass  wir die Kammer belüften  und öffnen mussten, deshalb besorgte Antje fix etwas  flüssigen Stickstoff und wir belüfteten die Kammer. Zuerst haben wir den Flansch mit der Stromdurchführung abgeschraubt. Doch es lag nicht an den Kabeln, also mussten wir auch noch die Goldquelle rausnehmen, aber dabei passierte uns fast ein Unglück mit der Waage. Antje konnte sie gerade so noch retten. Die Waage sah echt cool aus.Man sieht ein Stück von einem goldenen Rechteck. Wir haben fast alles wieder abgeschraubt, außer der Mikrowaage. Als wir die Goldquelle draußen hatten, konnten wir sehen, dass das Filament kein Gold mehr hatte. Um 1:00 Uhr bin ich wie immer zur Mittagspause gegangen und habe mich bei den Jungs beschwert, wie deprimierend das doch ist. Nach der Pause habe ich mal wieder Fotos mit Markus´ Digitalkamera gemacht und Antje hat sich über FMB beschwert. Sie ist nicht unbedingt so begeistert von ihnen, weil sie schon einiges vermasselt haben und nicht  immer ganz sauber arbeiten. Nachdem sich Antje genug beschwert hat, mussten wir uns überlegen, wie wir möglichst schnell zu einer Goldaufdampfquelle kommen. Nach allem überlegen, sind wir zu dem Entschluss gekommen, selbst ist der Mann und bauten selber eine Goldaufdampfquelle aus zwei Edelstahlstangen, einem Wolframdraht und einem kleinen Stückchen Gold. Es war ganz schön kompliziert alle Sachen zusammen bauen. Wir mussten die Sachen sogar noch zu recht schneiden. Als wir unsere Goldaufdampfquelle zusammen gebaut hatten, mussten wir alles wieder zusammenschrauben. Jeder hat sich ein Paar 13ner Schraubschlüssel geschnappt und dann haben wir um die Wette geflanscht. Es war ziemlich lustig, denn die Kammer war viel zu klein für drei Schrauber, doch irgendwie haben wir es doch geschafft. Kurz vor Schluss ist noch ein älterer Herr gekommen und hat sich  unsere Arbeit angeschaut. Ich glaube, dass er relativ zufrieden mit uns ist. Als Sven mich abholen wollte, waren wir gerade dabei, einen Flummi und einen Tennisball in flüssigen Stickstoff zu versenken. Anschließend sind wir runter gegangen und wollten den Stickstoff über die Steine kippen, doch Antje war der Meinung, dass es doch viel lustiger wäre,  wenn man ihn über die Wiese kippen oder noch viel besser, über eine Blume. Antje war sehr enttäuscht, dass der Flummi nicht in viele kleine Stücke zersprang, wie eigentlich erwartet. Ich fand es cool, als Olaf mit einem Hammer auf den armen Tennisball losging und große Mühe hatte ihn kaputt zu machen. Schließlich hat er es doch geschafft und Sven und ich sind nach Hause gefahren.

 

 

10. Tag:                   26.9.03

 

Heute musste ich mal wieder um 9:00 Uhr da sein, dafür hätte ich aber auch schon um 2:00 Uhr wieder gehen können. Heute war nur Olaf da, doch Antje wollte am Nachmittag kommen. Sie hatte gestern schon einige Messungen durchgeführt und uns dazu eine 4 seitige Erklärung und Anweisung geschrieben. Als wir uns alles genau durchgelesen hatten, fingen wir auch gleich an zu messen. Heute zeigte die Waage keine merkwürdigen Ergebnisse an. Es dampfte erst richtig ab, als wir bei 4A waren und selbst da hatten wir eine Aufdampfrate unter 0,1 Angström/s. Danach haben wir 4,5A ; 5A ; 5,5A und 7A Strom fließen lassen. Bei 7A haben wir die Einstellungen auf Wolfram umgestellt, denn auf der Wendel war kein Gold mehr und wir hatten den Verdacht, dass Wolfram aufdampfen könnte. Wir haben für jede Messreihe eine Tabelle angelegt. Manche Messungen waren echt „spektakulär“. Da ging die Rate rasant nach oben und fiel dann genauso plötzlich wieder ab. Bei manchen Messungen war die Rate ziemlich stabil. Als wir das Netzgerät ausgeschaltet haben und uns eigentlich die Wendel anschauen wollten, mussten wir feststellen, dass wir uns falsche Hoffnungen machten, denn das einzige, was man sehen konnte, war sein                   

Spiegelbild. Man konnte noch nicht mal mit einer Taschenlampe in die Kammer schauen, da kann man mal sehen, wie hell Wolfram glüht, wenn man trotz der verspiegelten Fenster noch das Glühen gut sehen kann. Um 1:00 Uhr haben wir Pause gemacht. Da Olaf um 2:00 Uhr gehen musste, hat er mir noch schnell erklärt, wie ich die Tabellen dupliziere und plotte. In der nächsten Stunde habe ich Tabellen und Kurven für die Messreihen 4A; 4,5A; 5A; 5,5A und 7A erstellt. Als ich mit allem fertig war, kam Antje und hat gefragt, ob alles geklappt hat. Ich habe ihr noch schnell die Kurven gezeigt und bin nach Hause gedüst. Ich freue mich schon total auf nachher, dann gehen wir nämlich zum Klassengrillen und ich sehe Fritzi endlich wieder.

 

 

 

3. Woche (11.Tag):           29.9.03

 

Heute sind Olaf und ich um 9:00 Uhr zu FMB gegangen, um ihnen die Mängel an dem Verdampfer zu zeigen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Antje wollte vielleicht mitkommen, weil sie noch nie bei FMB war, sich aber immer über sie beschwert. Wir haben 5 Minuten gewartet, aber dann haben wir gedacht, dass das doch etwas zu früh für Antje war. Als wir oben waren, haben wir uns an einen großen Konferenztisch gesetzt und Herrn ? die Probleme erklärt. Es gab natürlich auch gute Dinge an dem Goldverdampfer und FMB will ihn verbessern. Die verbesserte Version soll dann noch mal an die Waage und anschließend kann man ihn  hoffentlich in die Strahlrohre einbauen.

Als wir wieder bei BESSY waren, war Antje immer noch nicht da. Zum Glück haben wir nicht auf sie gewartet, da hätten wir nämlich lange warten können, Nach 10 Minuten ist Antje auch eingetrudelt. Der erste Weg ging wie immer in die Küche und sie hat sich eine Tasse Kaffee gemacht. Olaf hat gleich eine Tasse mitgetrunken. Was würden sie nur ohne ihre Kaffeemaschine machen? Danach habe ich mir mit Olaf und Antje die Graphen angeschaut. Anschließend sind wir ins Labor gegangen und haben die Apparatur belüftet. Als sie wieder auf Atmosphärendruck war, haben wir alles, bis auf Pumpe und Mikrowaage, abgeschraubt. Die Flansche und die anderen Sachen sahen echt cool aus von der einen Seite richtig milchig und von der anderen verspiegelt. Aus den Flanschen und dem Winkel haben wir lustige Smilies gemacht. Beim Saubermachen der Fenster konnte man gut sehen, dass die Schicht  auf den Flanschen  eigentlich so gut wie gar nichts ist. Ein 63ger Flansch total verschärft aus. Bevor Antje ihn richtig gesäubert hat, hat sie noch ein Smilie auf den Flansch gemalt. Als wir uns unsere selbst gemachte Goldquelle genauer anschauten, konnten wir feststellen, dass an der Wolframwendel nichts passiert ist => kein Wolfram aufgedampft, stattdessen sahen die Lüsterklemmen etwas angegriffen aus. Danach haben wir alles wieder angeschraubt und sind in Olafs Büro gegangen. Dort hat Olaf mit den Bilder von unserer Apparatur rum experimentiert. Er wollte sie in eine Slideshow verwandeln und sie unter einem anderen Dateityp speichern, doch irgendwie wollte der Computer nicht so, wie Olaf. Nach ungefähr einer halben Stunde hat der Computer doch nachgegeben und Olaf konnte seinen willen durchsetzen. Mittagspause gemacht. Ich wollte heute zum ersten Mal mit den Jungs in die Kantine gehen. Die Kantine sieht total cool aus, nur das angebotene Essen hat mir nicht so zugesagt. Ich habe mich für Kartoffeln und Paprikaquark entschieden, das klang immer noch besser als Bohnensuppe oder Kängurusteak. Die Kartoffeln haben überraschend gut geschmeckt und der Quark ging so einigermaßen. Nach 40 Minuten war ich wieder zurück bei BESSY. Die Leute vom Seminar haben gerade Pause gemacht. Auf der Etage war es ziemlich voll. An der Glastür redeten Antje und Olaf mit einem Mann, der uns morgen durch die Schwerlasthalle führen will. Nachdem sie fertig gequatscht haben, sind wir in Olafs Büro gegangen und haben noch eine Tabelle für die mittlere Aufdampfrate  erstellt.  Als ich fertig war , habe ich sie geplottet und ein bisschen dran rumgespielt. Origin ist ein richtig gutes Programm. Es wäre cool, wenn ich das auch zu Hause hätte, dann bräuchte ich nicht mehr diese langweiligen Graphen für Mathe und Physik anlegen. Zum Schluss sind Olaf und ich noch in die Personalabteilung gegangen. Die  wollten uns zu Hr. Frederking schicken, aber dort hatte man uns zuvor zur Personalabteilung schicken. Die nette Dame  konnte mir leider nicht alle Fragen beantworten, deshalb muss ich morgen um 10:00 Uhr noch mal vorbeischauen. Danach konnte ich nach Hause gehen.

 

 

12. Tag:               30.9.03

 

Heute konnte ich endlich mal wieder etwas länger schlafen. Kurz vor 10:00 Uhr war ich oben bei Olaf im Zimmer. Er meinte, Antje wäre noch bei einem Vortrag, kommt aber auch bald. Plötzlich kam der Man von gestern. Er war eigentlich auch bei dem Vortag und fragte, ob wir die Führung auf den Nachmittag verlegen können, da hätte Antje auch wieder Zeit gehabt. Heute Vormittag sollte ich noch mal zur Personalverwaltung gehen, doch vorher bin ich zu Christian gegangen, um mir Fragen zum Betriebsrat beantworten zu lassen. Es war relativ interessant. Nach 10 Minuten waren alle meine Fragen beantwortet und ich bin mit Olaf zur Personalverwaltung gegangen. Dort wurden mir die restlichen Fragen zur Gusbildung beantwortet. Als wir wieder in Olafs Büro waren, hat er mir gezeigt, was Antje gestern noch mit den Graphen angestellt hat. Danach hatte ich noch ein paar Fragen zu Synchrotronstrahlung. Um diese zu beantworten sind wir mal wieder zu Heike rauf gegangen. Sie fragte gleich, ob wir wieder die Digitalkamera bräuchten, doch heute brauchten wir ein Bild von kotzenden Elektronen. Olaf hat mir die Synchrotron Strahlen relativ anschaulich erklärt. Er meinte, man würde Elektronen so schnell Karussell fahren, bis sie Licht kotzen. Die Elektronen sahen ziemlich lustig aus. Dann hat er mir noch erklärt, was das Ziele der Undulatoren und Wiggler sind. Anschließend habe ich meine Sachen geschnappt und bin mit Olaf in die Bibliothek gegangen. Dort stinkt es nach Möhren. Olaf hat meinen Praktikumordner, Microsoft Word und noch irgendein Programm auf den Desktop geholt und ich konnte anfangen den Bericht zu schreiben. Kurze Zeit später kam Antje und fragte, ob alles okay war. Da beim schreiben relativ wenig schief laufen kann, fragte ich sie noch, wo und wann wir uns nachher zur Führung treffen wollten und dann ging sie wieder. Um 13:00 Uhr bin ich runter in die Raucherecke gelaufen und wollte mit den Jungs Mittagspause machen. Zuerst waren nur Simon und Sven da. Simon wollte unbedingt wieder in die Kantine gehen. Ich war gleich dagegen. Zu Glück waren Kay und Cenk auch nicht so begeistert von Simons vorhaben und wir machten auf unsern geliebten Sesseln in der Raucherecke Pause. Dort stinkt es zwar mächtig, aber das konnten wir gerade noch ertragen. Nach der Pause bin ich zu Antje, doch sie war noch nicht da. Als ich gerade zu Olaf gehen wollte, kam sie mit dem Mann, der uns durch die Schwerlasthalle führen wollte, über den Gang gelaufen. Wir  haben Olaf abgeholt und sind zur Schwerlasthalle gegangen. Unterwegs hat mich der Mann gefragt, ob ich weiß, was Synchrotronstrahlung ist. Auf dem Weg zur Schwerlasthalle sind wir an den Stickstofftanks vorbeigelaufen. Jetzt weiß ich endlich, wo Antje den Stickstoff herholt. Kein wunder, dass sie dabei so lange braucht. Auf dem Gelände wird noch ziemlich viel gebaut. Es stehen überall Zementblöcke und Kräne rum. Die Schwerlasthalle ist ziemlich hoch und es stehen einige Undulatoren rum. Der Mann hat uns durch die ganze Halle geführt und dabei erklärt, wie diese Undulatoren funktionieren und gebaut werden. Es ist sehr aufwendig solche Dinger zu bauen. In der Schwerlasthalle werden aber nicht nur Solche Undulatoren gebaut, sondern auch Magneten untersucht und irgendwelche Teile mit einer sehr großen, aber auch sehrgenauen, Maschine ausgemessen. Es war alles sehr interessant und ich habe sehr viel gelernt, wenn ich mir auch nicht alles merken konnte. Als wir mit der Führung fertig waren, bin ich wieder in die Bibliothek gegangen und habe an dem Bericht weitergeschrieben. Um 4:00 Uhr hat mich Sven abgeholt und wir sind zusammen nach Hause gefahren.

 

 

13. Tag:               1.10.03

 

Heute brauchte ich wieder erst um 10:00 Uhr da sein. Ich habe mich gleich an die arbeit gemacht den Bericht weiter zu schreiben. Kurz nach halb elf kam Antje und hat guten Morgen gesagt. Sie sah noch ziemlich müde aus. Bis zur Mittagspause habe bin ich bis Seite 12 gekommen. Nach der Mittagspause habe ich weitere 4 Seiten geschrieben. Um kurz dach drei kamen die Jungs in die Bibliothek und wollten eigentlich mit mir nach Hause fahren, doch ich hatte erst um 16:00 Uhr Schluss und wollte auch so lange bleiben, weil ich noch eine Menge zu schreiben hatte. Plötzlich kam einer auf die Idee, nachdem sie sich in der Bibliothek umgeguckt haben, dass sie mir helfen konnten. Ich sollte diktieren und einer von ihnen tippte. Das heilt ich aber für keine gute Idee, denn ich war gerade dabei, die Tagesberichte aus meinem Buch abzuschreiben und darin stand auch einiges über sie. Nach langem nerven, habe ich doch nachgegeben und habe sie schreiben lassen, was auch nicht viel schneller ging als bei mir, denn sie lenkten sich gegenseitig stark ab. Nach dem zweiten tag habe ich aufgegeben und den Text gespeichert, sodass wir nach Hause gehen konnten.

 

 

14.Tag:                2.10.03

 

Heute ist leider mein letzter Tag. Ich würde am liebsten in den Ferien weiter machen. Ich war ganz erstaunt das Antje schon da war. Sie meinte, das sie nachher mit Olaf runterkommt und mit mir die Fehler des Berichtes besprechen wollen. Als ich in der Bibliothek war wollte ich die Tagesberichte, die ich gestern auf Diskette gespeichert hatte, auf den Rechner kopieren. Dabei viel mir auf, dass die Maus nicht reagierte. Ich fand das ziemlich blöd, aber irgendwie habe ich den Vorgang auch mit der Tastatur hinbekommen. Danach habe ich die Fehler, die mir Papa gestern angestrichen hat, korrigiert , das ging auch noch ohne Maus, aber als ich den Text weiter schreiben wollte, brauchte ich doch die Maus. Also bin ich hoch zu Antje gegangen. Antje saß gerade mit Olaf zusammen über meinen Bericht und korrigierten ihn. Olaf meinte, dass sie in 10 Minuten runter kommen und mit mir den Bericht besprechen wollen, dabei wollte er auch gleich mal nach der Maus schauen. Nach 10 Minuten kam Olaf und schaute sich die maus n. dabei kam er auf einen Verdacht. Am Nebentisch war nämlich die gleiche Maus, also tauschte er die Mäuse um und tatsächlich ging die andere Maus an meinem Computer. Da hatte irgendjemand einfach die Mäuse vertauscht. Danach ist Olaf wieder gegangen und kam erst kurz vor elf mit Antje wieder. Ich fand, dass sie gar nicht so viel an dem Bericht auszusetzen hatten, wie ich eigentlich erwartet hatte. Um 11:00 Uhr ist Olaf zu einer Besprechung gegangen und Antje und ich haben den bericht alleine weiter besprochen. Nachdem Antje gegangen war, habe ich die restlichen Fehler korrigiert und weiter geschrieben. Um 1:00 bin ich mit den Jungs in die Kantine gegangen. Wir wollten an unserem letzten Tag noch einmal richtig essen. Na ja, aus dem „richtigem Essen“ wurde bei mir ein Pudding, ein trocknes Brötchen und Pfirsich Eistee. Der Pudding hat richtig gut geschmeckt, das Brötchen war zwar etwas hart, aber mit dem Eistee ging es dann doch.

Als ich wieder zurück in der Bibliothek war, habe ich mich gleich wieder an die arbeit gemacht. Von der Bibliothek aus hat man einen guten Überblick über den Eingang von BESSY. Dort laufen manchmal ziemlich lustige Gestalten rum. Irgendwann kamen Antje und Olaf noch mal. Sie fragten, ob alles okay war. Später wollten wir noch Buchstaben für die Beschriftung der Apparatur in einige Bilder einfügen, aber da wir das erst ganz zum Schluss machen wollten, waren sie nur ganz kurz bei mir und sind dann wieder gegangen. Kurz vor 3:00 Uhr kamen sie wieder und haben sich noch mal den überarbeiteten Bericht durchgelesen. Sie haben nochein paar Fehler gefunden, aber im großen und ganzen waren sie doch recht zufrieden (hoffe ich). Danach haben wir den Bericht gespeichert. Der PC braucht ganz schön lang um die Datei zu speichern. Gegen halb vier bin ich mit Olaf in sein Büro hochgelaufen. Zuerst hat er die Bilder, die wir beschriften wollten, in irgendein Fotoprogramm reinkopiert und hat versucht in die Bilder Buchstaben ein zu fügen, doch irgendwie wollte das Programm nicht so wie er. Er fing schon langsam an zu fluchen, bis er es aufgab und die Bilder in ein anderes Programm zu kopieren. In diesem hat er es nach ein paar fehlgeschlagenen Versuchen geschafft, die Buchstaben in die Bilder einzufügen. Anschließend haben wir die Bilder mit den Buchstaben wieder in den Bericht kopiert und haben den gesamten Praktikumordner auf eine CD gebrannt, damit ich auch nach dem Praktikum alles bei mir zu Hause auf dem Rechner habe und den Bericht zu ende schreiben kann. Zum Schluss sollte ich noch sagen, wie mir das Praktikum gefallen hat und bekam auch noch eine mündliche Bewertung bekommen. Danach habe ich mich verabschiedet und bin nach Hause gegangen. Ich bin etwas traurig, dass das tolle Praktikum schon zu ende ist, aber ich komme bestimmt mal zum Schrauben wieder, wenn ich darf. Jetzt freue ich mich noch mehr auf die lange Nacht der Wissenschaften und hoffe, dass ich spätestens zu dieser Antje und Olaf wiedersehe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      9. Fazit

 

 

Mein Praktikum bei BESSY hat mir super viel Spaß gemacht. Ich habe eine Menge gelernt. Ich würde immer wieder mein Praktikum dort machen und ich könnte mir sehr gut vorstellen später dort zu arbeiten. Ich finde das Arbeitsklima sehr gut. Alle sind unheimlich freundlich und hilfsbereit. Die Arbeit bei BESSY ist sehr spannend und macht sehr viel Spaß. Man muss zwar ziemlich oft durch das Gebäude laufen, um alle notwendigen Sachen für sein Experiment aufzutreiben, aber dafür haben fast alle Mitarbeiter einen Roller.

Die Hauptarbeit bei BESSY ist forschen. Dafür braucht man eine Messapparatur, die man selbst zusammenschreiben muss. Das dauert ungefähr 60 % der Arbeitzeit bei BESSY. Danach kann man in der Apparatur messen. Das nimmt etwa 10% der Arbeitszeit in Anspruch. Danach kann man die Ergebnisse auswerten und einen abschließenden Bericht schreiben. Dafür braucht man ca. 30% der Arbeitszeit.

Ich kann jedem, der am Experimentieren und Schrauben Spaß hat, ein Praktikum empfehlen. Damit man in die Messhalle darf muss man mindestens 16 Jahre alt sein, deshalb war es manchmal etwas langweilig, weil Antje oder Olaf etwas aus der Halle besorgen mussten, aber ich konnte ich nicht mitkommen und musste im Labor bleiben. Ich hatte während der Zeit meistens nichts zu tun, aber das war nicht so schlimm, denn so hatte ich genug Zeit mir die anderen merkwürdigen Apparaturen im Labor anschauen.

 

Zum Schluss möchte ich mich noch ganz doll bei meinen Betreuern Antje und Olaf bedanken. Ich fand es ganz toll bei euch und ich bin sehr dankbar dafür, dass ihr mir soviel erklärt habt. Ich komme bestimmt bald mal zum Schrauben vorbei.

 

Bis bald Franziska

 

 

 

                                                           J    Danke